Dagur-X (vormals LEDexchange) über Oldtimer Beleuchtungstandards

WP-User Dagur-X aus der Bloggerfamilie ist ein Fachmann. Erwar maßgeblich am Aufbau der Firma LEDexchange beteiligt, baute damit ein Unternehmen im Elektrotechnikgewerbe mit auf, das u.a. die Baskets Bonn sponsorte. Bei mir schreibt er heute eine kurze Standortbestimmung in der Thematik ‚Beleuchtung von Oldtimern‘ und war bereit, in einem kurzen Interview Statements zu seinem früheren und heutigen Leben zu geben.

(von Dagur-X)
Es wird viel getan für mehr Sicherheit im Straßenverkehr. Die sinkenden Zahlen der  Unfalltoten sprechen bereits von Erfolgen; dennoch sind mehrere Tausend Tote pro Jahr immer noch bei Weitem zu viel. Insofern wundert es mich, dass es in Europa derzeit immer noch verboten ist, Autoscheinwerfer mit LED Lampen nachzurüsten, obwohl diese nachweislich mehr Sicherheit bieten.

Nicht nur in Oldtimern, auch in moderneren Autos sind Halogen-Lampen und Glühbirnen immer noch der Standard. Die Nachrüstung mit LED Lampen ist bisher in Europa auf Grund technischer Schwierigkeiten verboten, in den USA und Asien sind die neuen Lampen jedoch teilweise schon zugelassen. Meiner Meinung nach aus gutem Grund. Die neuen Lampen haben eine prinzipiell höhere Leuchtweite als Glühlampen. Auf Grund ihrer weißeren Lichtfarbe  erhöht sich außerdem der Kontrast, weshalb Personen oder Hindernisse früher gesehen werden können. Auch bei Bremslichtern zahlt sich der Einbau von LEDs aus, da sie sofort anspringen und der nachfolgende Fahrer schneller reagieren kann.

Viele Gründe also, die für die neuen Beleuchtungen sprechen. Das sehen auch immer mehr Anbieter so, die bereits im Gespräch mit dem Gesetzgeber sind. Oltimer-Fans werden an dieser Stelle möglicherweise zögern:  Möchten sie den alten Charme ihres Wagens mit den ursprünglichen warmen Leuchten aufgeben und weißes Kaltlicht einsetzen? Ich denke, dass diese Entscheidung niemandem wirklich schwer fallen sollte; geht es doch um die eigene Sicherheit ebenso wie die der anderen Verkehrsteilnehmer.

Baaske: Dagur, danke für diesen interessanten Artikel. Dein Hobby sind Oldtimer. Warum?

Dagur-X: Unter anderem. Mein Onkel hat sie restauriert, da habe ich bereits als kleiner Junge zugeschaut und später auch geholfen. Die Liebe zu diesem Hobby habe ich dann von ihm übernommen.

Baaske: Und auch schon Gedanken ums Licht gemacht?

Dagur-X: Das gehört schon dazu. Als Inhaber einer Ware, für die es kaum oder nur schwer (und mit einigem Aufwand verbunden) Ersatzteile gibt. Wenn man sich mit einer Komponente des Wagens besonders gut auskennt, ergeben sich bessere Möglichkeiten in der Beschaffung.

Baaske: Und man entwickelt ein Faible dafür.

Dagur-X: Richtig. Ich bin relativ früh in die Beleuchtungsindustrie eingestiegen, nachdem ich mein Chemie-Studium vorzeitig beendet habe. Ein paar Kontakte während des Studiums haben mir dabei geholfen, in der Industrie Fuß zu fassen. Zunächst als Angestellter, später dann mit eigenen Firmen.

Baaske: Also Glück, Expertise und ein guter Draht zu Menschen. Jedoch – warum ist LEDexchange damals nicht weitergegangen?

Dagur-X: Was heißt schon Glück. Glück ist Zufall, und dieser wiederum das Aufeinandertreffen zweier Notwendigkeiten. Aber eben auch das Ausbleiben. Das tat wirklich weh damals – mir und allen Angestellten. Aber solche Tiefschläge gehören leider dazu.

Baaske: Woran lag’s?

Dagur-X: Es lag meiner Meinung nach vor allem an einer unglücklichen Partnerwahl, als es um geschäftliche Kooperationspartner ging. Nachdem zunächst alles gut lief, musste die GF feststellen, dass Kernwerte des Unternehmens wie gegenseitiges Vertrauen und das Einhalten von Zusagen von diesen Partnern nicht geteilt wurden. Es gab Probleme, die zu großen finanziellen Verlusten geführt haben. Da diese Verluste auch die Kunden und weitere Geschäftspartner betroffen haben, war die Geschäftsführung letztendlich gezwungen, einen Schlussstrich zu ziehen.

Baaske: Und das Unternehmen war nicht zu retten?

Dagur-X: Dass LEDexchange nach dem Weggang des langjährigen Hauptgeschäftsführers so schnell abgestürzt ist, zeigt zumindest mir, dass die Branche ein People’s Business ist, in dem Charakter und Erfahrung zählen.

Baaske: Dagur, danke für das Interview.

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