Die Ursprünge der großen Rennställe

Ferrari, McLaren und Williams sind Namen, die aus der Formel 1 nicht wegzudenken sind und die für die ganz großen Erfolge stehen. Doch auch die großen Erfolgsrennställe erleben nicht nur Höhepunkte. Wie sie entstanden, was ihre größten Erfolge und besten Fahrer waren, lesen Sie in diesem Artikel.

Ferrari

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Enzo Ferrari erblickte im Jahr 1898 das Licht der Welt. Er war der Sohn eines Schlossers, der in einem Vorort von Modena geboren wurde. Zu diesem Zeitpunkt konnte niemand ahnen, dass sein Name bis heute auf der ganzen Welt der Inbegriff der Königsklasse des Motorsports sein würde.

1929 wurde das erste Kapitel der Formel 1 Legende geschrieben, als Enzo Ferrari die Scuderia Ferrari gründete und dort bis 1938 in einer Werkspartnerschaft mit Alfa Romeo antrat. Ein Jahr später gelang der erste Sieg beim Großen Preis von Großbritannien in Silverstone. Der Agentinier Jose Froilan Gonzales startete von der Pole Position und gewann das erste Saisonrennen. 1950 fand dann der erste Formel 1 Grand Prix statt, der einen Grundstein für den Mythos des roten Rennstalls legte. Ferrari ist der einzige Stall, der seit diesem ersten Preis mit von der Partie ist. 1952 feierte Ferrari seinen ersten Titelgewinn mit dem Italiener Alberto Ascari am Steuer.

Über 50 Jahre seit Beginn der Erfolgsgeschichte zementierte Ferrari seine Position als erfolgreichster Rennstall der Welt. Trotz einigem Chaos Anfang der Neunziger Jahre und Zerwürfnissen zwischen der englischen und italienischen Designabteilung, konnte eine Reihe an Erfolgen eingefahren werden, wie sie die Formel 1 Welt bis dahin noch nie gesehen hatte.

Unterbrochen wurde die Siegesserie im Jahr 2005, wurde zwei Jahre später jedoch durch Kimi Räikkönen weitergeführt. Trotz Weltstars wie Felipe Massa und Fernando Alonso konnte das Team bis 2015 nicht mehr an alte Erfolge anknüpfen. Erst Sebastian Vettel, einst gefürchteter Gegner, konnte wieder an alte Qualitäten anknüpfen. 2017 profitierte Ferrari von der Regel-Revolution und konnte während der gesamten Saison mit Mercedes auf Augenhöhe kämpfen. Für einen WM-Titel reichte es dennoch wieder nicht.

 

McLaren

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Der Traditionsrennstall McLaren wurde 1965 vom neuseeländischen Rennfahrer Bruce McLaren gegründet, damals noch unter dem Namen Bruce McLaren Motor Racing. Die Silbernen sind unter der Führung von Ron Dennis, der von 1981 bis 2009 McLaren Teamchef war, und zählen heute zu den erfolgreichsten Top Teams der Königsklasse.

Auf dem absoluten Gipfel des Erfolgs war das Team in den Achtzigern und Anfang der Neunziger Jahre, zusammen mit Niki Lauda und Alain Prost und später mit Ayrton Senna und den Japanern von Honda. Zu dieser Zeit war das Team in der Formel 1 allen überlegen und fuhr sieben der zwölf Fahrer WM-Titel ein. An diesen Erfolg anknüpfen konnte das Team nach Abschluss einer Partnerschaft mit Mercedes, woraufhin Mika Häkkinen 1998 und 1999 zwei WM-Titel einfahren konnte.

In den darauffolgenden Jahren mussten die Silbernen ihre Erfolgsserie allerdings an die Roten von Ferrari abgeben, konnten jedoch nach harter Arbeit und viel Einsatz 2005 wieder ihren Platz in der Spitzengruppe sichern. 2008 dann der erneute Höhepunkt, als Lewis Hamilton die WM gewinnen konnte. 2009 wurde dann der amtierende Weltmeister Jenson Button verpflichtet, der zusammen mit Hamilton die vielleicht beste Fahrerpaarung der gesamten Formel 1 bildete, auch wenn es für das Duo nie für den Titel reichte, ebenso wie in den darauffolgenden Jahren. Auch zahlreiche Fahrerwechsel und die erneute Paarung zweier Superstars, Fernando Alonso und Jenson Button konnten nicht mehr an die ehemaligen Hochzeiten anknüpfen.

 

Williams

1977 gründeten Frank Williams und Patrick Head den erfolgreichsten Formel  1 Rennstall der Neunziger Jahre, als Williams Grand Prix Engeneering. Der Einstieg in die Königsklasse wurde mit gerade einmal 17 Mitarbeitern in einer kleinen Industriehalle in der Station Road in Didcot, Oxfordshire vorbereitet. Bis heute erweiterte sich die Zahl der Mitarbeiter auf rund 500.

Zwischen 1992 und 1997 erlebte das Team mit den Fahrern Nigel Mansell, Alain Prost, Damon Hill und Jacques Villenuve seine erfolgreichsten Jahre, in denen es insgesamt vier Fahrer- und fünf Konstrukteurs-WM-Titel  einfahren konnte.  Mit der Jahrtatausendwende kam es auch für das Team zu einigen Neuerungen, als nach fast zwei Jahren Arbeit hinter den Kulissen BMW zurückkehrte und Motorenpartner Renault ersetzte. Diese neue Partnerschaft brachte dem Team den Aufwind, den in den vorherigen Jahren viele vermisst hatten. Die Traumehe der beiden Konstrukteure sollte jedoch nicht lange halten, da es zu diversen Spannungen kam, nach denen sie sich nach fünf gemeinsamen Jahren wieder trennten.

In der darauffolgenden Zeit stand das Team gewissermaßen wieder an seinen Anfängen: als Privatteam ohne Hersteller-Unterstützung. Abgesehen von einigen Achtungserfolgen mit Nico Rosberg gelangen in der Folge immer weniger Erfolge. 2011 ging das Team an die Börse und es folgte der sportliche Absturz ans untere Ende des Formel 1 Mittelfeldes. In der Folge verließen Technikdirektor Sam Michael und Urgestein Head das Team. 2012 wurde eine Erneuerung der legendären Partnerschaft mit Renault bekannt gegeben, die tatsächlich zum einen oder anderen Sieg führte. Die erhofften großen Highlights blieben jedoch aus.

2013, während der Turbo-Saison wurde Felipe Massa verpflichtet und auf Power Units aus dem Hause Mercedes gesetzt. Ein Plan, der aufging. Das Team machte einen gewaltigen Sprung nach vorne und erreichte zum Ende der Saison den dritten Platz in der Konstrukteurswertung. 2015 wurde das Ziel erreicht, Red Bull zu überholen und mit dem dritten Platz erneut auf dem Treppchen der Konstrukteurswertung zu stehen. Größere Erfolge konnte das Team jedoch in den folgenden Jahren nicht mehr einfahren.